Der DIFG besucht … Torsten Boorberg, Boorberg Gruppe

Torsten Boorberg ist Visionär und Erfinder. Seit mehr als 15 Jahren in der Branche tätig, sucht er ständig nach Lösungen, um Fitnessanlagen erfolgreicher zu machen. Dabei beschäftigt sich der studierte Betriebswirt sowohl mit Fragen der Ablauforganisation als auch mit alltäglichen Aufgabenstellungen expandierender Unternehmen. In seiner Unternehmensgruppe betreibt er mehrere Gesellschaften mit ca. 50 Mitarbeitern. Mit Torsten Boorberg, u.a. Geschäftsführer der Fitness mit Erfolg GmbH, sprach DIFG-Geschäftsstellenleiter Prof. Dr. Niels Nagel.

Prof. Dr. Niels Nagel: Du bietest das Krämer Fitness Event an. Was ist dein Erfolgskonzept?

Torsten Boorberg: Das Krämer Fitness Event bringt entscheidungsfreudige Betreiber mit innovativen Industrieunternehmen zusammen. Das Ganze exklusiv und auf einem hohen organisatorischen Niveau: Roter Teppich, Galadiner und vorselektierte Teilnehmer zeichnen uns aus.  Getreu dem Motto: „Das Leben ist zu kurz für schlechten Wein“, gibt es keine Massenabfertigung, sondern Top-Service für Top-Gäste. Unsere Veranstaltungen werden gerne von Entscheidungsträgern zusammen mit den jeweiligen Lebenspartnern besucht, weil ein Austausch mit anderen Betreibern auf Augenhöhe stattfindet. Sicherlich ist auch unsere selektive Begrenzung und ein gesundes Verhältnis zwischen wenigen Industrievertretern und in Relation dazu vielen Betreibern interessant, weil genug Zeit für intensivere Gespräche bleibt.

Prof. Dr. Niels Nagel: Welche zukünftigen Herausforderungen kommen auf die Fitnessclubs in Deutschland zu?

Torsten Boorberg: Die Fitnessbranche steht vor einer totalen Revolution – die Digitalisierung zusammen mit dem enormen Kapital, das aus anderen Branchen in die Fitnessbranche fließt, ermöglicht Geschäftsmodelle, die bis gestern noch undenkbar waren. Diese Umstände werden Einzelbetreiber, aber auch kleinere Filialisten vor große Herausforderungen stellen. Der Fitnessunternehmer muss in seiner Person erstklassiges Unternehmertum, Kapitalstärke und gut ausgeprägte Managementfähigkeiten vereinen, um nicht unter die Räder des stärker werdenden Wettbewerbes zu kommen. Dazu ist es notwendig, vor allem die Aufgabengebiete voneinander zu trennen, die man selbst in der Hand behalten muss – Stichwort Markenidentität –, und andere Themenbereich konsequent outzusourcen.

Prof. Dr. Niels Nagel: Wie siehst du die Fitnessbranche in zehn Jahren?

Torsten Boorberg: In den Großstädten werden Fitnessaggregatoren und große Ketten die Bühne bespielen. Einzelbetreiber werden sich dort nur in kleineren Einheiten und hochspezialisiert halten können. In den Vorstädten rund um die Zentren werden kleinere Ketten und Franchisebetriebe ihre Position finden. Multianlagenbetreiber mit vier bis zehn Anlagen nutzen dort konsequent Skaleneffekte und bearbeiten mit einem multiplizierbaren Konzept ihren regionalen Markt. In ländlichen Gebieten werden sich nicht professionell agierende Einzelbetreiber so lange halten können, bis ein professioneller Wettbewerber auf den Plan tritt, der dann innerhalb kürzester Zeit zu einer existenziellen Gefährdung wird. Neue Geschäftsmodelle wie EMS-Training, Home-Training, virtuelles Training und Ähnliches werden klassisches Fitnesstraining angreifen und Marktanteile gewinnen.

Prof. Dr. Niels Nagel: Du kommst gerade von einer Asienreise wieder. Welche Ideen und Anregungen hast du für die deutsche Fitnessbranche mitgenommen?

Torsten Boorberg: Ich war bereits mehrmals in Asien – Hongkong, Guangzhou, Shanghai oder Tokio – und mag die Mentalität sehr. Aktuell am meisten beeindruckt mich China. Die Konsequenz, wie die Chinesen das in den letzten Jahren – von uns – Gelernte z.B. in den Bereichen der Digitalisierung und aber auch im Design durchsetzen, ist unglaublich schnell. Es ist schon erschreckend, den Unterschied zwischen deutschem Mobilfunk-Netzausbau und den sogenannten Entwicklungsländern zu sehen. In China bezahlt man das Taxi oder auf dem Früchtemarkt selbstverständlich digital mit WeChat.

Prof. Dr. Niels Nagel: Du sagst von dir, dass dein Erfolgsgeheimnis auch darin besteht, dass du stets offen für Neues bist und deshalb auch in anderen Branchen nach Lösungen und Ideen suchst. Wie gelingt es dir, neugierig zu bleiben und diese Anregungen in Fitnesskonzepte umzusetzen?

Torsten Boorberg: Ich glaube, das ist sicherlich eine Lebenseinstellung – an Neuem, Anderem interessiert zu sein. Ich reise gerne, ich lerne gerne Menschen kennen und ich bin auch immer auf der Suche nach Lösungen: Wie kann man Probleme besser, schneller, einfacher und dauerhaft lösen? Ich bin immer auf der Suche nach dem besten Prozess.